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Wie entstehen Inflation und Deflation?
Wirtschaftsfachleuten zuzuhören, ist meist eine Qual und
wenig informativ. Man hat das Gefühl, dass sie wie in der Kirche über die
Unergründlichkeit Gottes sprächen. Dabei gibt es durchaus einige Dinge dieser
Wissenschaft, die sich einfach erklären lassen.
Was bestimmt den Preis eines Produktes auf dem Markt?
Natürlich die Qualität und wieviel davon angeboten wird.
Das nennt man Angebot und Nachfrage, würde mir jeder normal denkende, wie aus
der Pistole geschossen, antworten.
Aber nehmen wir einmal einen speziellen Fall. Wir hatten
in unserer Kindheit alle einen Kaufladen, in dessen Kasse es eine gewisse
Menge Spielgeld gab. Sagen wir 100 Euro und 20 Stück Ware auf den
Verkaufsregalen. Ein Kind spielte den Verkäufer, wir teilten das Geld in der
Kasse unter den anderen Kindern auf und bestimmten die Preise der Waren so,
dass alles Geld und alle Ware seinen Besitzer wechseln konnte, wonach das
Spiel von vorne begann und ein anderes Kind die Rolle des Verkäufers oder der
Verkäuferin übernahm. Eines Tages aber brachte eines der Kinder ein
Monopoly-Spiel mit, und obwohl wir versuchten, die Warenmenge mit unseren
Spielsachen zu ergänzen, war die dazugekommene Geldmenge so groß, dass wir
eine 1000 %-ige Inflation verbuchen mussten. Das umgekehrte war der Fall,
wenn durch unaufmerksames Aufbewahren einige Spielgeldstücke verloren
gegangen waren.
Das war das Kinderspiel. Wie sieht das ganze nun in der
harten Wirklichkeit aus? Wie oder Woher kann zusätzliches Geld auf den Markt
kommen? Irgendjemand muss zum Beispiel Geld drucken, oder im Zeitalter des
Computers ein paar Nullen hinter einige Zahlen hängen, oder aus Geld neues
Geld machen. Man könnte jetzt an Falschgeld denken. Aber das wäre zu wenig.
Vielleicht die Nationalbank? Richtig! Es ist die Aufgabe der Nationalbank,
darauf zu achten, dass sich immer die entsprechende Menge Geld auf dem Markt
befindet. Wenn zu wenig Geld in Umlauf ist, druckt die Bank Geld und kauft
zum Beispiel Devisen; Und wenn es zu viel auf dem Markt gibt, verkauft sie
ihre Devisenvorräte und kauft die eigene Währung des Landes wieder ein, je
nach dem, wie sich die Warenmenge auf
dem Markt ändert.
Aber auch Banken können neues Geld machen. Wie? Wenn wir
einen Kredit für eine Ware aufnehmen,
müssen wir dafür Zinsen bezahlen. Mit diesen werden die Kosten der Banken
gedeckt und es entsteht natürlich auch Profit. Hinter diesem Profit steht
aber keine neue Ware, weil der Wert der Ware, für die wir den Kredit
aufgenommen hatten, nicht gestiegen ist. Wenn der Staat für seinen Haushalt
mehr Geld braucht, als er durch Steuern eintreiben kann, gibt er
Staatspapiere aus, die zuerst von der Staatsbank mit neuem Geld gekauft
werden, und dann an uns Bürger weiterverkauft werden.
Das hier aufgeführte Model ist vereinfacht. Noch viele
andere Faktoren spielen eine Rolle, aber grundsätzlich funktioniert es so.
John Maynard Keynes, der Wirtschaftsberater Roosevelts
und seines katastrophalen New-Deal-Programms, sagte einmal, dass eine
Inflation von 3 % pro Jahr für eine Wirtschaft gesund ist.
Die Frage ist nur: Für wen?
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Samstag, 8. November 2014
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